Es scheint wie ein Wunder einen Behandlungsplatz für eine Psychotherapie zu bekommen.

Warum ist dies eigentlich so? Gerne möchte ich ein paar Gründe hierzu aufführen:

 

Zum einen liegt die Schwierigkeit einen Behandlungsplatz zu bekommen an der Anzahl an Behandlungsstunden pro Woche, die in einer Praxis angeboten werden können.

In meiner Praxis habe ich 33 Zeitstunden pro Woche für Therapie reserviert. Das bedeutet, dass ich pro Woche maximal 33 Patienten sehen kann, da ein Termin stets 50 Minuten dauert. Mit Telefonsprechstunden, Vor- und Nachbereitungszeiten der Therapiestunden, Korrespondenz mit Krankenkassen und Verfassen der gutachterlichen Berichte und der weiteren nötigen Verwaltung und Organisation meiner Praxis komme ich so auf eine Wochenarbeitszeit die stets über 40 Stunden/ Woche liegt. Mehr Therapieplätze kann ich somit nicht, ohne Einbußen in meiner therapeutischen Qualität, anbieten.  

 

Zum anderen liegt die Schwierigkeit einen Behandlungsplatz zu bekommen an der Behandlungsdauer von Psychotherapien.

In meiner Praxis finden die psychotherapeutischen Termine wöchentlich zum gleichen Termine statt. Vorgeschrieben ist die Durchführung von mindestens einer Sprechstunde und mindestens zwei probatorischen Stunden vor Therapiebeginn. In der Verhaltenstherapie können anschließend Stundenkontingente wie folgt beantragt werden: Kurzzeittherapie 1 mit 12 Stunden, Kurzzeittherapie 2 mit weiteren 12 Stunden, Langzeittherapie mit weiteren 36 Stunden (insgesamt 60 Stunden). Eine Langzeittherapie mit 60 Stunden kann auch sofort zu Therapiebeginn beantragt werden. In meiner Praxis liegt die Behandlungsdauer inklusive Probatorik ungefähr zwischen 30 und 50 Stunden, häufig auch darüber. Mit meinen eigenen Urlaubszeiten und den Ausfallzeiten von Patienten wegen Urlaub, Krankheit und aus sonstigen Gründen ist ein Therapieplatz von einem Patienten somit meist ab 9 Monaten bis zu 2 Jahren oder auch länger belegt.

 Statistisch betrachtet sind somit pro Jahr in meiner Praxis lediglich ca. 20 Neuaufnahmen möglich. Das entspricht einer Quote von ca. 1,5 Patienten pro Monat, die ich neu aufnehmen kann.

 

Werden Privatpatienten bevorzugt aufgenommen?

Dies ist tatsächlich nicht so. Zum einen gibt es eine von der Kassenärztlichen Vereinigung vorgeschriebene Behandlungsquote an gesetzlich versicherten Patienten, die zu erfüllen ist – zum anderen sind bei einer Psychotherapie die Rahmenbedingen der gesetzlichen Krankenkassen ausnahmsweise besser und attraktiver für mich als Behandler.

 

Eine Warteliste führe ich nicht mehr.